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120 kg schwer, verspottet und ausgelacht. Damit wollte Marcel Heinig 2001 nicht mehr leben. Statt sein Leben zu beenden, änderte er es. Laufen wird sein Rettungsanker. 2003 erster Marathon, 2005 Ultras und Triathlons und 2008 Weltmeister im 10fachen Ironman!
Außerirdisch? Reine Willenssache!
Beim Transeuropa-Lauf teilt er Wohnmobil, Freud und Leid mit Partnerin Elke Streicher. Bei aller Liebe, ohne das Wohnmobil wäre die ebenfalls extrem läuferisch vorbelastete Schwäbin zu der Fußreise zum Nordkap nicht bereit gewesen. Nach ihren Erfahrungen beim Deutschlandlauf bringen sie keine zehn Pferde mehr dazu, „zehn Wochen lang mit 60 anderen schwitzenden und stinkenden Ultraläufern in einer Turnhalle zu nächtigen“. Wer das nicht mag und sich auch nicht daran gewöhnt, bekommt tatsächlich ein Problem. Gestern stieg ein Läufer aus, topfit, aber total frustriert und genervt wegen genau dieser Umstände.
Werner Selch hat schon beim ersten Transeuropa-Lauf mitgemacht und zählt zu den ganz Erfahrenen der Branche. Heute ist er nicht sehr gesprächig, einsilbig, nachdenklich. Fehlt ihm sein Freund Franz Häusler? Der Deutschlandlauf 2008 sollte die letzte gemeinsame Vorbereitung für das große Abenteuer TEFR sein. Glücklich erreichten die beiden das Ziel in Lörrach und erlebten einen schönen Abschlussabend im Kreis der Freunde. Aber dann wachte Franz Häusler nicht mehr auf. Kordula, seine Frau, die ihn immer begleitete, fand ihn tot im seinem Schlafsack. Ein Schock, für die Familie und für die Freunde. Kordula ist heute an der Strecke. Sie wird begrüßt und umarmt. Sie gehört dazu. Ihr fehlen der Franz und die Freunde, deshalb ist sie hier.
Nichts ist außerirdisch. Alles ist menschlich.
Rainer Koch gewinnt heute seine 20. Etappe. Mit fast 1600 Kilometern in den Beinen läuft er die 65 km in 5:26, wieder ein 5er Schnitt, wie am ersten Tag. Der Mann ist ein Phänomen. Man glaubt es ihm, er läuft aus Spaß. Eine Anstrengung ist kaum erkennbar. Er orientiert sich ausschließlich am eigenen Vermögen, lässt sich kein Tempo und keine Strategie aufzwingen. Sein erstes großes Ziel, Dettelbach, hat er erreicht. Das nächste Zwischenziel heißt Kiel. Weiter will er nicht denken. Auch nicht an einen Sieg. Fast vier Stunden ist sein Vorsprung auf den Zweiten, René Strosny, sechs auf den Japaner Senoo und fünfzehn auf Robert Wimmer, den „Titelverteidiger“. „Nicht viel“, meint Rainer. „Eine Verletzung, ein paar schlechte Tage, und schon ist alles anders. Das Rennen wird auf dem letzten Drittel entschieden." Und dann will er noch dabei sein. Das ist alles.
Nicht außerirdisch, nur sympathisch.
Gesamtergebnis nach dem 24. Tag:
1. 30 Rainer Koch 136:29:54
2. 11 René Strosny 140:06:08
3. 32 Takasumi Senoo 142:16:19
4. 01 Robert Wimmer 151:58:03
5. 41 Trond Sjavik 155:58:15
6. 02 Martin Wagen 156:41:46
7. 17 Janne Kankaasyrjä 158:30:06
8. 12 Jan Nabuurs 158:43:22
9. 66 Henry Wehder 166:41:54
10. 18 Hiroko Okiyama 170:28:25
11. 38 Hans-Jürgen Schlotter 170:29:05
12. 21 Stephane Pelissier 173:12:21
13. 14 Cor Westhuis 177:08:17
14. 40 Eiolf Eivindsen 177:22:28
15. 53 Achim Heukemes 179:58:32
16. 06 Werner Selch 182:17:31
17. 22 Theo Huhnholt 183:30:28
18. 58 Hans Damm 183:44:15
19. 35 Matthias Bramstang 183:53:11
27 Andreas Falk 183:53:11
21. 62 Furuyama Takako 189:23:12
22. 31 Fabrice Viaud 189:55:42
23. 63 Christian Fatton 194:04:20
24. 28 Mike Friedl 195:20:28
25. 36 Ria Buiten 195:48:08
26. 07 Elke Streicher 196:07:40
27. 59 Markus Bernhard 198:20:12
28. 55 Ching-Hui Chen 200:29:56
29. 13 Ullrich Zach 202:39:13
30. 67 Marcel Heinig 204:17:31
31. 51 Klaus Wanner 205:04:51
32. 16 Jenni De Groot 205:12:04
33. 29 Ubel Dijk 205:53:53
34. 19 Tom Wolter-Roessler 210:05:17
35. 56 Koji Nakamura 213:17:59
36. 39 Roger Warenghem 216:45:52
37. 64 Alain Lemarchand 218:09:20
38. 08 Russell Secker 222:03:44
39. 33 Gèrard Denis 223:31:52
40. 60 Hermann Böhm 223:56:26
41. 57 Joachim Hauser 224:34:01
42. 20 Christian Marti 224:56:15
43. 44 Yasuo Kanai 225:32:44
44. 15 Jörg Koenig 229:07:12
45. 42 Kazuko Kaihata 229:13:46
46. 50 Tsuyoshi Sugawara 229:33:55
47. 26 Klaus Neumann 229:39:39
48. 34 Shoji Konoeda 230:08:34
49. 10 Bernd Wagner 238:31:26
50. 48 Heinz Jäckel 242:27:02
51. 46 Shigeru Mitsuhashi 243:27:54
52. 09 Heike Pawzik 244:34:45
53. 24 Theo Kuijpers 247:34:11
54. 61 Okuno Tomoko 256:01:56
55. 52 Saeko Kishimoto 256:31:49