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Läufe in die Nacht hinein sind für mich immer etwas Besonderes – egal, ob man, wie in Biel, bereits in der Dunkelheit startet, oder wie bei den 25 Kilometern von Bellheim, wo um 19 Uhr gestartet wird und man in die Nacht hineinläuft. Jedes Mal bin ich von der Stimmung der Menschen an der Strecke beeindruckt. Was lag also näher, als beim Marathon in Mannheim zu starten, der um 18.15 bei Helligkeit beginnt und für langsame Läufer wie mich, in der Dunkelheit endet.
Bereits vergangenes Jahr wollte ich hier laufen, da aber fiel der Marathon wegen eines Sturmes aus. Dieses Jahr sah es viel besser aus, es sollte nicht zu warm werden, allerhöchstens ein kleines Gewitter war zu erwarten. Wie so oft, die Vorhersage war zu ungenau – wir hatten sehr warmes Wetter (mehr als 25 Grad), das Gewitter fiel aus, dafür war es drückend schwül. Also keine Bedingungen, um gute Zeiten zu laufen.
Wie viele andere Marathon-Veranstaltungen, ist Mannheim kein reiner Marathonlauf: Kinderläufe, Inline-Marathon, Rollstuhl-Marathon, Staffel- und Partner-Marathon (Duo) vervollständigen das Angebot. Es war also allerhand los, als wir, Angelika, Bernd und ich, gegen 15.30 Uhr unsere Startunterlagen in der Innenstadt abholten. Zeit genug, um noch die „Marathon-Messe“ im Sporthaus anzuschauen und in einem der Straßencafes einen Espresso oder Cappuccino zu trinken.
Gegen 18 Uhr waren die Kleiderbeutel dann glücklich abgegeben und schon die nächste Frage: „Wie komme ich nun in den Startbereich?“ Es lag ein Gitter zwischen uns und den Wartenden am Start. Mit viel Fragen und Suchen fanden wir dann eine Lücke durch das Gitter, zwängten uns in die Wartenden, um dann zu erfahren, dass wir im schnellen Startblock waren. Also durch eine andere Lücke wieder raus und weiter hinten wieder rein.
Ob wir aber jetzt im richtigen Startblock waren – keine Ahnung, eine Beschilderung der Startblöcke war nirgends zu sehen. Egal, wir waren irgendwo zwischen den Leuten, warteten ergeben und etwas verspätet um 18:18 Uhr fiel dann der Startschuss. Trotz Chaos war ich aber erstaunlich schnell über der Startlinie.
Offensichtlich hatten wir uns einigermaßen richtig eingeordnet, denn ich konnte im Strom der Läuferinnen und Läufer mitschwimmen, mit 6:00 min/km allerdings etwas schneller als geplant – man will ja kein Hindernis sein. Bereits nach einem Kilometer hatte sich das Feld der knapp 4.000 Teilnehmer (Marathon, Duo und Team) so verteilt, dass man ziemlich ungestört laufen konnte.
Den ersten Kilometer ging es auf der linken Spur die Augustenanlage hinunter, einer Straße, geteilt durch einen breiten Grünstreifen, dicht gedrängt links und rechts Zuschauer. Kurz nach Kilometer 1 dann ein Links-Rechts-Schwenk und man lief auf der Theodor-Heuss-Anlage, die bei Kilometer 2,7, auf Höhe des Flughafens, in die Seckenheimer Landstraße übergeht.
Bei Kilometer zwei hatten wir Mannheim verlassen, die Zuschauer waren weniger geworden. Wir liefen im Grünen, nur noch die Straßenbahngleise begleiteten uns auf dem Weg hinaus nach Seckenheim.
Den Kilometer zwischen vier und fünf liefen wir auf einer autobahnähnlichen Straße, die Gegenfahrbahn war noch absolut leer, bis dann dort die erste Wechselzone der Staffelläufer kam. Viele hunderte Läuferinnen und Läufer standen hier, schauten uns zu, wie wir vorbeiliefen und hielten Ausschau nach „ihrem Partner“, um abschätzen zu können, wann er wohl die Schleife durch Seckenheim hinter sich hätte und den „Stab“, respektive Chip übergeben konnte. Einer allerdings hatte es bereits bis dahin geschafft: Oleksiy Rybalchenko, der mit weitem Abstand Führende, kam uns hier bereits entgegen, mit einer Minute Abstand dann der erste Staffelläufer.
Bereits am Ortseingang wurden wir begeistert empfangen und durch den Ort begleitet, vorbei an feiernden Menschen. Ich war durch diese Begeisterung so abgelenkt, dass die 1,5 Kilometer wie „im Flug“ vergingen. Schon waren wir wieder draußen und liefen jetzt zurück, erreichten bei Kilometer 9 wieder den Begegnungsabschnitt und kurz danach die Wechselzone.
Auf der Brücke, kurz vor Kilometer 18 kam uns wieder der führende Marathoni entgegen, der hier schon bei Kilometer 36,5 war! Er sah immer noch recht locker aus, würde aber wohl den Rekord in Mannheim von 2:20h nicht unterbieten können, wie ich kurz überschlug. Tatsächlich kam er dann mit 2:23:30 h ins Ziel, seine zweite Hälfte war sechs Minuten langsamer als die erste. Offensichtlich hatte auch ihm die drückende Schwüle zugesetzt.
Bei Kilometer 19 kam ein ganz kurzes Wendestück, bevor es dann, nach über drei Kilometer auf dem monströsen Brückenbauwerk, hinunter und hinein nach Ludwigshafen ging.
Wieder ging es hunderte von Metern durch ein Spalier von begeisterten Zuschauern und schon sah ich Katrin, eine Lauffreundin vom TV Stammheim, die heute mit drei Freundinnen den Team-Marathon lief. Sie war die zweite Etappe bis hierher gelaufen, stand jetzt an der Strecke und feuerte uns an. Wir wechselten ein paar Worte und schon rannte ich weiter, mitten durch die Gasse der wartenden Staffelläuferinnen und Läufer.
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© marathon4you.de | 4 Bilder |
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© marathon4you.de | 4 Bilder |
Ich ließ mich von der Stimmung einfangen und vergaß beinahe, dass jetzt langsam, wie bei jedem Marathon, die Mühsal begann. Der Körper signalisierte an allen möglichen Stellen, dass man doch besser aufhören sollte. Auch verlangte er jetzt nach Energiezufuhr. Bisher hatte ich an den Verpflegungsstellen meist Wasser getrunken. Ab Kilometer 30 sollte es Cola geben. Da würde ich heute zugreifen müssen.
Beleben ist der richtige Ausdruck, denn bereits seit Kilometer 18 passierten Angelika und ich jede Menge Läuferinnen und Läufer, Marathonis und auch Staffeln. Die waren alle ihrem, für diese hohen Temperaturen, zu hohen Anfangstempo zum Opfer gefallen und mussten nun gehen, oder joggten mühselig. Uns baute natürlich auf, dass wir noch besser drauf waren und unser Tempo beinahe hatten halten können.
Bei Kilometer 39,7 passierten wir den Wasserturm, rechts die Kunsthalle. Jetzt nur noch ein Bogen, vielleicht hundert Meter, und wir wären im Ziel gewesen. Leider aber fehlten noch zwei Kilometer, es ging nochmals die Augustenanlage hinunter und dann wieder einen Kilometer zurück, bis wir endlich unter großem Beifall glücklich im Ziel waren.
Die Strecke hat natürlich Längen, hinaus nach Seckenheim und auf der Brücke. Aber zeige mir Mal 42,2 Kilometer, die ausschließlich abwechslungsreich sind. Mannheim braucht sich da überhaupt nicht zu verstecken. Wenn der Startbereich noch besser organisiert wird, ist das eine perfekte Veranstaltung.
Warum habe ich nichts über die Verpflegung geschrieben. Da gab es nichts zu erwähnen, das war die Klasse, die bei so einer Veranstaltung Standard ist. Gut und richtig und erwähnenswert ist es, Cola erst ab Kilometer 30 anzubieten, erst da ist es gegen eventuelle Schwächen hilfreich.
Also auf nach Mannheim, wer einen besonderen Marathon erleben will.
Marathon und Inline-Marathon (35 bis 49 je nach Anmeldezeit, Nachmeldungen 55), Rollstuhl-Marathon und Fun-Skate Halbmarathon, (25 bis 35 je nach Anmeldezeit, Nachmeldungen 40), Team-Marathon (4 teilen sich die Strecke, 95 bis 105, Nachmeldungen 115), Duo-Marathon (55-65, 70), Kinderläufe.
Nettozeitmessung mit ChampionChip.
42,2 km langer Rundkurs, eine Schleife von 17 Kilometern nach Osten bis Seckenheim, danach eine Schleife von 20 Kilometern nach Ludwigshafen und Teilorte, weitere fünf Kilometer in Mannheim.
Startnummernausgabe in Innenstadt mit Marathon-Messe im Sporthaus Engelhorn nebenan; wenige hundert Meter Fußweg zum Startbereich. Dort auch Kleiderabgabe.
Parkplätze sind im Umfeld des Start/Zielbereichs kaum vorhanden, die Startnummer aber berechtigt zum kostenlosen Fahren am Veranstaltungstag in Bus und S-Bahnen.
Medaille, Urkunde kann über Internet ausgedruckt werden.
Alle ca. 5 km eine Verpflegungsstation mit Wasser und Iso, Energiegetränk, Bananen und Energieriegel, ab km 30 auch Cola; dazwischen jeweils Wasserstellen. Nach dem Zieleinlauf u.a. alkoholfreies Bier.
Viele in der Innenstadt, immer wenn es durch Teilorte geht sitzt die Bevölkerung vor Ihren Häusern und feiert. Eine tolle Stimmung.